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STADTTHEATER ASCHAFFENBURG im März 2010

Veröffentlicht von Susannah V. Vergau am 17. Februar 2010. unter Alle Artikel, Bühne  Tags: Aschaffenburg, Bühne, monat, Spielplan, stadttheater  

stadttheater aschaffenburg

VERANSTALTUNGSKALENDER

März 2010

01. Montag

Freier Verkauf

20.30 Uhr

Preis: 15 Euro

Einführungsvortrag

um 20 Uhr

Stadttheater Aschaffenburg, Studiobühne – Sprechtheater

Die Katze auf dem heißen Blechdach

von Tennessee Williams

Regie und Bühnenbild: Jürgen Overhoff

Mit Cornelia Denk, Anne Fischer, Simone Wagner, Torsten Kleemann, Dieter Schaller, Günter Geisler und Reiner Fugger

mot – modernes theater aschaffenburg

05. Freitag

Freier Verkauf

18 Uhr

Preise: 4,50 bis 8,50 Euro

Stadttheater Aschaffenburg, Studiobühne – Kindertheater

Tote Maus für Papas Leben

Kikis magische Rechnung –

wie ein Mädchen versucht, ihren Vater zu beschützen

von Rob Vriens nach dem Buch von Marjolijn Hof

Theaterhaus Ensemble, Frankfurt

(für Kinder ab 8 Jahren)

19.02. bis 21.03.2010 31. Aschaffenburger Gitarrentage

mit dem 1. Internationalen Wettbewerb für Kammermusik mit Gitarre

Konzerte im März:

Freitag, 05.03.2010, 20 Uhr – Konzertsaal Städtische Musikschule

Antal Pusztai

Eintritt: 10 Euro

Samstag, 06.03.2010, ab 10 Uhr – Konzertsaal Städt. Musikschule

“An die Saiten, fertig, LOS!” – Workshops und Konzert

Eintritt frei

Freitag, 12.03.2010, 20 Uhr – Konzertsaal Städtische Musikschule

Guitar4mation

Eintritt: 15 Euro

Sonntag, 21.03.2010, 19 Uhr – Konzertsaal Städtische Musikschule

Abschlusskonzert des 1. Internationalen Wettbewerbs

für Kammermusik mit Gitarre mit Vergabe des Publikumspreises

Eintritt: 6 Euro

Informationen unter http://gitarrentage.aschaffenburg.de

06. Samstag, Ring T

und freier Verkauf

20 Uhr

Preise: 8,50 bis 24 Euro

Stadthalle am Schloss Aschaffenburg – Tanztheater

Compañía Nacional de Danza 2

Künstlerische Leitung: Nacho Duato / Assistenz: Tony Fabre

Without Words

Choreographie: Nacho Duato

Musik: Franz Schubert

Bühne / Kostüme: Nacho Duato

Lichtdesign: Brad Fields (basierend auf der Idee von Nacho Duato)

Insected

Choreographie: Tony Fabre
Musik: versch. Werke

Bühne / Kostüme: Tony Fabre
Lichtdesign: Nicolás Fischtel (A.A.I.)

Kol Nidre

Choreographie: Nacho Duato

Musik: John Tavener, Arvo Pärt und John Zorn

Bühne / Kostüme: Nacho Duato

Lichtdesign: Joop Caboort

07. Sonntag

freier Verkauf

15 Uhr

Preise: 4,50 bis 8,50 Euro

Stadthalle am Schloss Aschaffenburg – Kindertheater

Eine Woche voller Samstage

Ein fetziges Gute-Laune-Musical

nach dem Erfolgsroman von Paul Maar

ATZE Musiktheater

(für Kinder ab 5 Jahren)

10. Mittwoch, Ring 1

11. Donnerstag, Ring 2

jeweils 19.30 Uhr

und freier Verkauf

Preise: 8,50 bis 24 Euro

Stadthalle am Schloss Aschaffenburg – Musiktheater

Der fliegende Holländer

Romantische Oper von Richard Wagner

Inszenierung: Martin Otava

Dirigent: Nobert Baxa

Tschechische Oper Prag / Nordböhmische Oper Usti

12. Freitag

freier Verkauf

16 Uhr und 19.30 Uhr

Preis: 15 Euro

Stadttheater Aschaffenburg, Studiobühne – Englisches Theater

Romeo and Juliet

The American Drama Group Europe / TNT Britain

14. Sonntag

freier Verkauf

15 Uhr

Preise: 4,50 bis 8,50 Euro

Stadttheater Aschaffenburg, Studiobühne – Kindertheater

Das große Lalula

Von Christian Morgenstern

Nationaltheater Mannheim, Schnawwl

(für Kinder ab 2 Jahren)

14. Sonntag

freier Verkauf

20 Uhr

Preis: 20 Euro

Stadthalle am Schloss, Aschaffenburg – Kammermusik

Fauré Quartett

Erika Geldsetzer, Violine

Dirk Mommertz, Klavier

Sascha Frömbling, Viola

Konstantin Heidrich, Violoncello

Robert Schumann (1810-1856): Klavierquartett Es-Dur op. 47

Johannes Brahms (1833-1897): Klavierquartett Nr. 2 A-Dur op. 26

18. Donnerstag

19. Freitag

20. Samstag

freier Verkauf

jeweils 20.30 Uhr

Preis: 15 Euro

Einführungsvortrag

jeweils um 20 Uhr

Stadttheater Aschaffenburg, Studiobühne – Lokale Szene

Dalbergtauben (U)

Verehrt, verdammt, vergessen!

Der Aschaffenburger Dichter Julius Maria Becker

von Heinz Kirchner

Regie: Heinz Kirchner

Musik / Videos: Berthold Brunn

Bühne: Ensemble

Mit Albrecht Sylla, Sabine Grant-Siedel, Johanna Serg, Thomas Amberg und Berthold Brunn

ab:art-theater. freies ensemble aschaffenburg

19. Freitag, Ring K

und freier Verkauf

19.30 Uhr

Preise: 20 bis 29 Euro

Einführungsvortrag

im kleinen Saal um 18.45 Uhr

Stadthalle am Schloss, Aschaffenburg – Orchesterkonzert

MDR-Sinfonieorchester Leipzig

Künstlerische Leitung: Jun Märkl

Herbert Schuch, Klavier

Robert Schumann (1810 – 1856): Ouvertüre in c-Moll zum Schauspiel “Die Braut von Messina” von Friedrich Schiller

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827):

Klavierkonzert Nr. 1 in C-Dur op. 15

Robert Schumann: Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur op. 97, „Rheinische“

21. Sonntag

15 Uhr

freier Verkauf

Preise: 4,50 bis 8,50 Euro

Stadttheater Aschaffenburg, Studiobühne – Kindertheater

Max und Milli

von Volker Ludwig

GRIPS Theater, Berlin

(für Kinder ab 5 Jahren)

21. Sonntag, Ring 3

22. Montag, Ring 4

und freier Verkauf

jeweils 19.30 Uhr

23. Dienstag, Ring 5

und freier Verkauf

15 Uhr

Preise: 8,50 bis 24 Euro

Stadthalle am Schloss, Aschaffenburg – Musiktheater

Im weißen Rössl

Singspiel in drei Akten von Ralph Benatzky

Musikalische Leitung: Viktor Åslund

Inszenierung: Karl Absenger

Bühne und Kostüme: Tamara Oswatitsch

Mainfranken Theater Würzburg

24. Mittwoch

25. Donnerstag

jeweils 19.30 Uhr

Preis: 15 Euro

Einführungsvortrag

jeweils um 19 Uhr

Stadttheater Aschaffenburg, Studiobühne – Sprechtheater

Fremdes Haus

von Dea Loher

Schauspiel Stuttgart

Regie: Annette Pullen

Bühne / Kostüme: Iris Kraft

Dramaturgie: Kekke Schmidt

Mit Bijan Zamani, Michael Stiller, Marietta Meguid, Claudia Renner, Till Wonka, Lisa Wildmann

26. Freitag

freier Verkauf

20 Uhr

Städtische Musikschule, Konzertsaal – Jazzkonzert

Sänger-Linhart-Duo

Zeitgenössischer Jazz

Christof Sänger, Klavier

Peter Linhart, Saxophon

Bildmaterial zu den einzelnen Veranstaltungen (in Druckqualität 300 dpi) senden wir auf Anfrage gerne zu.

Redaktionelle Texte

Die Katze auf dem heißen Blechdach

von Tennessee Williams

In der schwül-gewittrigen Atmosphäre der amerikanischen Südstaaten spielt Tennessee Williams berühmtes, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Drama „Die Katze auf dem heißen Blechdach“. Das passt, denn tatsächlich ist die Stimmung zwischen den Protagonisten des Stücks so explosiv, dass sie sich jederzeit in einem gewaltigen Gewitter zu entladen droht. Zusammen gekommen sind sie, um den 65. Geburtstag von Big Daddy zu feiern: die Söhne  Brick und Gooper mit ihren Frauen Maggie und Mae sowie deren Kindern und natürlich Big Mama. Doch was als Friede-Freude-Eierkuchen-Feier geplant war, mündet in einer Katastrophe: Brick konfrontiert seinen Vater mit der Wahrheit über seinen Gesundheitszustand. Während Big Daddy Bricks Lebenslüge gnadenlos entlarvt: Er ist selbst für den Selbstmord seines Freundes mitverantwortlich, über den er zum gescheiterten Trinker geworden ist.

Williams zeigt alle Protagonisten als Personen, die sich langsam und quälend aus dem Gestrüpp ihrer Lebenslügen herausarbeiten. Und am Ende doch zum Scheitern verurteilt scheinen.

Das mot spielt den 1955 uraufgeführten Klassiker, den Richard Brooks Verfilmung mit Liz Taylor und Paul Newman weltberühmt machte, in einer zeitgemäßen Inszenierung.

Tote Maus für Papas Leben

Kikis magische Rechnung – wie ein Mädchen versucht, ihren Vater zu beschützen

von Rob Vriens nach dem Buch von Marjolijn Hof

Kikis Vater geht als Arzt in ein Land, in dem Krieg herrscht. Kiki macht sich große Sorgen. Ihre Mutter beruhigt sie. Fast niemand hat einen toten Vater. Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet Kikis Vater etwas passiert, ist klein. Aber Kiki will seine Überlebenschancen verdoppeln- ihre magische Rechnung: Wenn ein Mädchen mit einem toten Vater schon sehr unwahrscheinlich ist, dann muss ein Mädchen mit einem toten Vater und einer toten Maus noch viel unwahrscheinlicher sein! „Mama, krieg ich eine Maus?“

Eine Woche voller Samstage

Ein fetziges Gute-Laune-Musical

nach dem Erfolgsroman von Paul Maar

In Herrn Taschenbiers geordnetem Leben scheint am Sonntag die Sonne, am Montag kommt Herr Mohn, am Dienstag macht er Dienst und am Freitag macht er frei. Eines Samstags taucht ein quirliges Wesen mit roten Haaren und rüsseliger Stupsnase auf – und stellt sein Leben auf den Kopf. Es sorgt für Unruhe im Büro, schafft Chaos im Kaufhaus und bringt seinen „Papa“ bei Vermieterin Rotkohl in Verlegenheit. Doch langsam freundet sich Herr Taschenbier mit dem Sams an, gewinnt neue Einsichten und lernt, seine Wünsche einzuteilen.

Zu den Höhepunkten der Inszenierung gehören die vielen Lieder. Beim „Büro-Rap“ spielen Schauspieler und Musiker mit Büroutensilien auf. Beim Lied im Kaufhaus wird zu einer witzigen Choreographie eine grandiose Acappella-Nummer im Frack geboten. Und wenn beim Lied von Herrn Taschenbier die Seifenblasen um ihn schweben, bekommt so mancher Zuschauer Gänsehaut.

Der fliegende Holländer

Romantische Oper von Richard Wagner

Mit der ersten seiner Opern, die Eingang ins breite Repertoire finden konnte, definierte der damals dreißigjährige Richard Wagner das Thema, das ihn durch sein gesamtes weiteres künstlerisches Leben begleiten sollte. Auf der Suche nach etwas Größerem und Verlässlicherem als irdischer Liebe und konkretem Verhältnis zwischen den Geschlechtern findet er die Erlösung vom Leben durch den Tod in der Liebe.

Getrieben auf den unendlichen Meeren kehrt der heimatlose fliegende Holländer alle sieben Jahre mit seinem Schiff wieder ans Ufer, um endlich Erlösung durch eine Frau zu finden, die ihn liebt und treu bis in den Tod ist. Er trifft auf die Norwegerin Senta, die im ständigen Wechsel zwischen Realität und Tagträumen lebend, sich ebenfalls nach Erlösung durch Liebe sehnt. Beide verkennen, dass sie nicht lieben, sondern sich nur nach Liebe sehnen, um von den eigenen Qualen erlöst zu werden und finden letztlich keine Nähe zueinander. Senta stirbt, nachdem sich ihre Sehnsucht, vom fliegenden Holländer von ihren Seelenqualen erlöst zu werden, nicht realisiert, wie von Wagner selbst beschrieben, an so starker Empfindung, „dass der Tod durch plötzliche Erstarrung des Herzens“ eintritt.

Martin Otava gelang eine Inszenierung mit intensiver, berührender Personenführung und starken Bildern, die in beeindruckender Weise mehrere Handlungsebenen gleichzeitig zu zeigen vermag und dennoch stets klar und verständlich bleibt.

Romeo and Juliet

Director Paul Stebbings explores the depths of this tragedy and its central conflict between love and death, Eros and Thanatos. The setting is baroque Italy, the Verona and Venice of Casanova, Don Juan and Vivaldi. This production tours worldwide in 2009.

“West Side Story” and Leonardo di Caprio’s recent gangster version cast long shadows on this delicate play. But this is not a play about poor urban street fighters, nor a play about racial conflict. The Capulets and Montagues are of the same caste and share the same values. Their retainers fight on the streets. Shakespeare is criticising their joint values, which are those of powerful families. This is, of course, the stuff of tragedy: when the mighty sin the state trembles. The “star crossed lovers” deaths expose the follies of the vicious clan warfare that their families perpetuate. Those families are reformed and reconciled. None of this makes any sense if Romeo is some broke and hip street kid. The Montagues and Capulets are two sides of the same coin.

They are also Italian. And so one starting point of our production is to stay with shakespeare’s torrid Latin setting. We choose to locate the production in Baroque Italy – the world of Casanova, Don Juan, Vivaldi and Bernini Italy, where clan violence, dignity, aristocracy, Catholicism, arranged marriages and chaste love are all imaginable. A world where the symbolic becomes real is a myriad statues and paintings that flit between love and death – Eros and Thanatos – the tension at the heart of this bloody romance.

The play is highly stylised, masked balls and ritual violence form set pieces. We will employ stylised choreography and once again commission a live musical score from a leading composer. While establishing a rich theatrical environment we will also strive to maintain a shakespearian style that relies on the actor’s skills and audience’s imagination rather than complex settings and design. As with our current acclaimed production of HAMLET, we will attempt to present the play rather than impose a simplistic interpretation on the original. “Romeo and Juliet” is one of the most popular plays ever written, we aim to present it with its poetry and romance intact, while delivering a powerful, stylised drama.

Paul Stebbings directed ROMEO & JULIET for the company five years ago -  this new version, freshly set and edited, will draw on the strengths of the earlier production while charting a new and exciting course.

Das große Lalula

Von Christian Morgenstern

Ein Fest wird vorbereitet, ein Fest für Kinder. Eine große Frau singt, spielt, lädt die Kinder ein mit ihr zu feiern. Bilder werden in den Sand gezeichnet und verwehen wieder. Alle Elemente spielen eine eigene Rolle. Es gibt Feuer und Wasser, Luft und Erde, Stille und Lärm, Ruhe und Bewegung. Die Frau erzählt eine fremde Geschichte aus einem anderen Land, in einer Sprache, die nur Kinder verstehen:

Kroklokwafzi ? Semememi !

Seiokronto – prafriplo :

Bifzi , bafzi ; hulalemi :

quasti basti bo …Lalu lalu lalu lalu la !

Das Gedicht, das Christian Morgenstern im Jahre 1905 schrieb, erinnert an die Wortspielereien, die ein Kleinkind von sich gibt. Was passiert, wenn Das große Lalula auf der Bühne lebendig wird? Wenn die Wörter zu hüpfen und zu tanzen beginnen? Wenn Worte in Bewegung geraten, lachen, quasseln, murmeln, rascheln reimen und singen? Ein Wortspiel entsteht, ein Spiel mit der Sprache und dem Schweigen.

„Theater von Anfang an“ ist ein Forschungsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums, das sich dem Theater für die Allerkleinsten widmet. Erstmals zeigt der Schnawwl eine Produktion für Kinder ab zwei Jahren.

Fauré Quartett

„Kammermusik ist die wahre Musik und der ehrlichste Ausdruck einer Persönlichkeit.“ Diesem Leitsatz seines Namensgebers folgend, gilt das Fauré Quartett heute als eine der weltweit renommiertesten Kammermusikgruppen. In kurzer Zeit eroberte das deutsche Klavierquartett die großen Konzertsäle u. a. in London (Wigmore Hall), Berlin (Philharmonie), Amsterdam (Concertgebouw), Buenos Aires (Teatro Colón), Rio de Janeiro (Sala Cecilia Meireles), Frankfurt (Alte Oper), Hamburg (Laeiszhalle), Paris, Tokio, Brüssel, Genf, Mailand. Das Ensemble ist zu Gast bei den großen internationalen Festivals u.a. im Rheingau, in Schleswig-Holstein, Ludwigsburg, Schwetzingen, Mecklenburg-Vorpommern, Montpellier, Sceaux, Buenos Aires, Bad Kissingen und Kuhmo.

Dalbergtauben (U)

Verehrt, verdammt, vergessen!

Der Aschaffenburger Dichter Julius Maria Becker

von Heinz Kirchner

„Es ist erstaunlich, mit wie wenig Freude gerade in Aschaffenburg meine Rückkehr gesehen wird! Welch neidisches, hässliches, undankbares, heimtückisches Pack, für das ich ein ganzes Leben der Provinzverschollenheit opferte.“, so der Aschaffenbur-ger Dichter Julius Maria Becker, als er 1948 wider Erwarten nicht zum Ehrenbürger der Stadt gewählt wird. Im gleichen Jahr erleidet sein gigantomanisches Schauspiel „Das Mahl des Herrn“ am Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Intendanz von Gustaf Gründgens tragischen Schiffbruch. Die Kritik zerreißt es förmlich in der Luft und Becker stirbt ein halbes Jahr später zutiefst verbittert. Becker, Volksschullehrer, Journalist und Dichter: von seinen Mitbürgern verehrt, als sein hochgelobtes Drama „Der Brückengeist“ 1929/30 in ganz Deutschland an die 50 Premieren

erlebt – verdammt, weil er sich in übereiltem Opportunismus den Nazis anbiedert – und nach dem Krieg schließlich schnell und gern vergessen.

Wer war diese schillernde Figur, mit der sich Heinz Kirchner und das ab:art-theater schon zum dritten Mal beschäftigen. Nach  „Der Brückengeist/feat. JMB“  (2002) und „Wer war JMB?“ (2003) folgen jetzt also die „Dalbergtauben“, in einer Inszenierung, die den Rahmen des Stadttheaters, der einstigen Wirkungsstätte Beckers, sprengen wird.

MDR-Sinfonieorchester Leipzig

Kein zweites Sinfonieorchester in Europa ist so eng mit der Entstehung des Rundfunks verbunden wie das des Mitteldeutschen Rundfunks. Der bereits 1923 gegründete Klangkörper (Leipziger Sinfonie-Orchester) wurde mit Beginn der Rundfunksendungen aus Leipzig im Frühjahr 1924 von der Mitteldeutschen Rundfunk AG (MIRAG) übernommen. Fortan vollzog sich die Entwicklung des Orchesters in enger Verbindung mit der des damals neuen Mediums. Die Musiker spielten aber nicht nur während der Sendungen, das Orchester gab regelmäßig Sinfoniekonzerte und spielte zudem an Gewandhaus-Konzerttagen in der Leipziger Oper. Innerhalb kurzer Zeit erlangte das Orchester Achtung und Anerkennung bei der Musikkritik. Berühmte Dirigenten und Komponisten wie Alfred Szendrei, Hermann Scherchen, Carl Schuricht, Ernst Krenek oder Richard Strauss sorgten für ein weithin beachtetes Repertoire.

Max und Milli

von Volker Ludwig

Max (6 Jahre) versucht mit allen möglichen Tricks das Zubettgehen hinauszuzögern, denn im Dunkeln hat er Angst. Seine kleine Schwester Milli (5 Jahre) hingegen findet Ekeltiere und Gespenster prima. Die Geschwister lernen auf dem Spielplatz den etwas älteren Peter kennen – und vor dem hat sogar Milli Angst. Peter wiederum fürchtet sich vor seinem Vater, aber dank seiner Spielzeugpistole merkt man das nicht. Und dann rollt Geld in den Gulli, und die Eltern verstehen überhaupt nichts mehr…

Eine turbulente Geschichte über Ängste und Mut, Freundschaft und Vertrauen und über die Abenteuer, die der Kinderalltag zu bieten hat. Geschwisterkonflikte, Elternverlustängste, das Entsetzen beim Geldverlieren, die Sehnsucht nach Kontakt, Wärme, Liebe, Anerkennung und das Elementarbedürfnis zu lachen: All das sind die Themen von MAX UND MILLI.

Im weißen Rössl

Singspiel in drei Akten von Ralph Benatzky

Der Kellner Leopold liebt seine Chefin, die „Rössl“-Wirt. Die aber will höher hinaus und hofft auf eine Verbindung mit Rechtsanwalt Dr. Siedler, der Sommer für Sommer ihr Hotel besucht. Das Problem ist allerdings, dass sich Dr. Siedler in ein anderes Mädchen verliebt hat: Ottilie, die Tochter das Berliner Trikotagenfabrikanten Giesecke, der sich aber im Rechtsstreit mit einem Mandanten, eben jenem Dr. Siedler, befindet.

Verwirrungen und Verwicklungen sind also vorprogrammiert, zumal sich – welch Zufall – alle Beteiligten im Hotel „Zum weißen Rössl“ treffen und die „Rössl“-Wirtin sowieso schon alle Hände voll zu tun hat. Ja, wenn die Liebe nicht wär’…

Mit so berühmten Musikstücken wie „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“, „Es muss was Wunderbares sein“ oder „Mein Liebeslieb muss ein Walzer sein“ wurde „Im weißen Rössl“ zu einer der Beliebtesten und bekanntesten Operetten.

Fremdes Haus

von Dea Loher

Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo erinnert uns an einen Krieg, der das ehemalige Jugoslawien und den Balkan grundlegend verändert hat und immer noch nachwirkt. Als Dea Loher, eine der bekanntesten Dramatikerinnen unserer Gegenwart, 1995 ihr Stück schrieb, waren die Ereignisse Tagesaktualität.

Jane ist Anfang zwanzig und Mazedone. Vor dem drohenden Einsatz im Krieg und den schlechten wirtschaftlichen Aussichten ist er nach Deutschland geflohen. Sein Ziel und emotionaler Haltepunkt ist Risto, der alte Freund der Familie, der als regimekritischer Kommunist zwanzig Jahre zuvor selbst sein Land verlassen hatte. Doch aus der Nähe sehen die Dinge anders aus als in der Projektion. Das verklärte Idol Risto hält der lebendigen Überprüfung nicht stand, seine Heldentat war Verrat, seine Frau Terese verkauft sich, seine Tochter Agnes fristet ihr Leben an der Seite eines ungeliebten Mannes. Janes Anwesenheit ist der Katalysator, der die Lebenslügen und verschollenen Hoffnungen zu Tage fördert. Das Leben ist ein Geschäft, hallt ihm aus jedem Verhältnis entgegen. Nur ist es leichter, sich darüber zu empören, als es besser zu machen – diese Lektion in Demut muss auch Jane einstecken.

Sänger-Linhart-Duo

Zeitgenössischer Jazz

Christof Sänger gehört zu den herausragenden Pianisten des europäischen Jazz. Seine erste CD „Chorinho“ erhielt in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts bereits den Deutschen Schallplattenpreis. Neben eigenen Solo- und Trioprojekten (u. a. ein eigens für den japanischen Markt zusammengestelltes Ensemble, mit dem er zwei Japantourneen unternommen und  zwei CDs veröffentlicht hat) ist Christof Sänger seit 1999 festes Mitglied im Quartett des weltberühmten Saxophonisten Ernie Watts. Im Laufe seiner Karriere spielte er mit Musikern wie Branford Marsalis, Richie Cole, Paquito d`Rivera, Sheila Jordan oder Al Foster zusammen. Seine aktuelle Solo-CD heißt „Reflections on Art Tatum“.

Der Saxophonist Peter Linhart hat sich vor allem als langjähriger Leiter der Darmstädter und der Aschaffenburger Jazzbigband einen Namen gemacht. Mit diesen kann er auf Konzerte und CD-Veröffentlichungen mit so hochkarätigen Jazzgrößen wie Charlie Mariano, Bob Mintzer, George Gruntz, Peter Herbolzheimer oder Maria Schneider zurückblicken. Mit seinem  Quartett „Peter Linhart Group“ hat er drei CDs mit den US-Gaststars Randy Brecker (Tp) und Mike Stern (Git) aufgenommen.

Das Duo präsentiert an diesem Abend einen Mix aus Eigenkompositionen und eigenen Lieblingsstandards aus dem „Great American Songbook“.

- Änderungen vorbehalten -

QUELLE: Kulturamt Aschaffenburg – www.aschaffenburg.de/stadttheater

WEITERE TERMINE und INFOS: www.aschaffenburg.de/stadttheater

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