
Vorreiter des Anti-Folk mit neuem Album
So, jetzt bitte einmal tief Luft holen und dann: Vergesst alles, was ihr über Adam Green zu wissen glaubt. Natürlich macht der Mann seit seinem 14. Lebensjahr Musik, war seine Urgroßmutter die Geliebte Frans Kafkas, legte er während der Dauerpause seiner Band The Moldy Peaches mit fünf Alben in knapp sechs Jahren eine beeindruckende Solo-Karriere hin. Alles wahr, ja ja – trotzdem mal bitte kurz ausblenden.
Denn, und hier setzt der Trommelwirbel ein, es gibt jetzt einen anderen Adam Green. Einen, der nicht auf die Füße fällt. Dem das Herz gebrochen wurde. Der sich mit seinem sechsten Werk “Minor Love“ zwar nicht komplett neu erfunden, in gewisser Weise aber wieder gefunden hat. Der auf bestechende Weise die Anti-Folk-Attitüde der frühen Tage mit der musikalischen Cleverness von heute in Einklang bringt.
Es ist kein Zufall, dass diese neue Platte – sein “Scheidungsalbum”, wie Green selbst es nennt – “Minor Love” heißt: Der größten persönlichen Krise seines bisherigen Lebens hat Adam Green die emotional dichtesten Lieder seiner Karriere abgerungen. Ganz sanft entfaltet sich seine Liedkunst bereits im ersten Song, “Breaking Locks”, den der Sänger verzweifelt mit scheinbar letzter Kraft haucht während im Hintergrund eine Kirmesorgel wimmert, das Leid des Protagonisten verspottend: “I’ve been too awful to ever be thoughtful to ever be nice”.
Trotzdem sagt Adam Green: “Ich hatte zwar ein beschissenes Jahr und daraus zog ich die Inspiration für die neuen Songs. Aber ich sehe mich immer noch als Entertainer. Und als solcher hüte ich mich davor, den Leuten einfach meinen Mist in den Schoß zu kotzen. Diese Platte soll kein Problem für sie sein, sondern ein Geschenk. Es muss immer Vergnügen im Bekenntnis liegen.”
TERMIN: Mo. 5.7. / 20.00 h / ColosSaal Aschaffenburg
QUELLE: http://www.colos-saal.de/






